Archiv für März 2009

Die verflixte Zwei

Sonntag, 08. März 2009

Bei welchem Internetanbieter bist du? Hast du Ärger? Die Antwort zu Frage 1 ist beliebig, bei 2 kommt es ganz drauf an, welche Art Kunde du bist. Bleibst du sesshaft, surfst du nur ein bisschen oder benutz den Computer am besten gar nicht, hast du keinen Ärger. Aber auch wenig Nutzen. Versuchst du auch die im Paket enthaltene Zusatzleistungen zu nutzen (Filme anschauen, telefonieren) oder wagst es gar in eine andere Wohnung umzuziehen, geht der Ärger los. Mal mehr, mal weniger. Egal bei welchem Anbieter. Glaubst du nicht? Google mal nach “Ärger mit …”. Einzig die Telekom wirbt aktuell damit, besser zu sein. Aber zum gleichen Preis, so wage ich die Behauptung, ist bis auf den Namen nichts anders.

Meine persönliche Odyssee im Cyberspace dauert jetzt schon ein halbes Jahr. Ich bin Kunde bei einem der größten deutschen DSL Anbietern mit weißer Schrift auf blauem Grund, nennen wir ihn „Zwei“. Im Oktober 2008 bin ich innerhalb Münsters umgezogen, nur 2 Straßen weiter. Selbe Postleitzahl, selbe Vorwahl. Ich schrieb eine Mail mit der Umzugsbitte für meinen DSL Anschluss mit allen wichtigen Informationen und wartete. Als sich nach einiger Zeit nichts tat, außer der automatischen Antwort „Ihre Email ist angekommen..“, rief ich die Hotline an. Kostenpflichtig versteht sich. Dort wusste man nichts von meiner Email und sagte, sie sei nicht angekommen. Logisch, die Antwort-Email hatte ich mir ja auch nur ausgedacht. Mache ich immer so. Nicht. Meine Daten wurden erneut aufgenommen und, da ich inzwischen schon in der neuen Wohnung wohnte, versprach man sich schnellstens zu kümmern. Von der Hotline hörte ich weiter nichts, nur meine nie angekommene E-Mail wurde dann beantwortet mit der Bitte um Infos zur Lage der Telefondosen im Haus für den Techniker, der meinen Anschluss legen würde. Das passierte dann auch Mitte November problemlos und wiedererwartend einfach. „Großartig“ dachte ich, „Denkst du!“ dachte sich mein Anbieter. In der Zwischenzeit erhielt ich eine Email, in der man sich über meinen Auftrag zu einem DSL Vertrag freue. Erklären konnte mir das zunächst niemand, erst nach dem dritten oder vierten Telefonat mit der Hotline, ebenso vielen Vertröstungen „Jetzt ist es doch erst einmal wichtig, dass die Internet haben!“ und dem Verstreichen der Wiederrufsfrist erklärte mir eine Dame, dass dies das ganz normale Vorgehen sei und fragte mich, warum ich das denn nicht wüsste?! Und dieses Vorgehen sieht dann so aus: Umzüge gibt es nicht! Der alte Vertrag wird gekündigt und für den neuen Wohnort ein neuer Vertrag eröffnet. Mit neuem Router, neuen Telefonnummern für Telefonie via Internet und, jetzt kommt der Hammer, mit neuen 24 Monaten Vertragslaufzeit. Und alles ohne, dass auch nur einmal die Rede davon war oder ich zugestimmt hätte. Doch, obwohl.. wahrscheinlich stillschweigend. Haha. Der neue Router war dann auch noch schlechter als der alte, weshalb ich  ihn zur Seite stellte und den aus dem alten Vertrag weiterverwendete bis folgendes passierte: Ich bekam einen Brief mit der Bitte den alten Router zurückzuschicken. Also quasi alt gegen neu tauschen, aber auch gut gegen schlecht. Alt war in diesem Fall 3 Monate. Also rief ich wieder bei der Hotline an, ich wollte den alten behalten und den neuen zurückschicken. Würde bestimmt gehen hieß es, müsste man aber erst klären. Natürlich wurde ich nicht zurückgerufen sondern musste mich wieder und wieder melden. Ich wurde dann auch beschuldigt, dass ich mich (Achtung!) innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der neuen Hardware hätte melden müssen, dann wäre alles ganz einfach gewesen. Das war ungefähr so als wie wenn dein Chef sich kurz vor Feierabend immer neue Aufgaben für dich ausdenkt und dir dann sagt: „Mensch, da bekomm ich ja ein richtig schlechtes Gewissen wenn du immer Überstunden machst. Du musst echt mal früher anfangen!”

Ich hab dann den Kiefer wieder hochgeklappt und auf den versprochenen Rückruf gewartet. Jedoch nicht ernsthaft damit gerechnet. Nach einem Monat wurden für den von mir einbehaltenen Router 249€ von meinem Konto eingezogen. Wieder rief ich an, und wieder.. und wieder. Sechs Wochen nach dem Einzug, und damit kurz vor der Frist nach der man Bankeinzüge nicht mehr zurückgeben kann, rief ich meine Bank an und holte mir mein Geld wieder. Darauf folgte die Info meines Anbieters, dass ich bis zum 01.02.2009 Zeit hätte die Rücklastschrift auszugleichen. Andernfalls würde mein Anschluss gesperrt werden. Nicht vergessen: es wurde schon 2 1/2 Monate geklärt. Ich hatte den Kaffe auf und kündigte den Anwalt an. Plötzlich ging alles ganz schnell ;) Ich dürfte jetzt den alten Router zurückschicken und den neuen behalten. Den Satz „Wie hoffen Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben..“ musste ich verneinen. Dann korrigierte man sich und bat mich den Neuen zurückzuschicken und den Alten zu behalten. Geht doch! Dachte ich..

Jetzt lagen Anfang März zwei Briefe im Kasten. Einer mit der Gutschrift zur Hardware-Forderung über 249€. Soweit gut, der Zweite ist aber eine Mahnung vom selben Datum und mit dem selben Betrag. Man habe den Vorfall an ein Inkassobüro oder den Rechtsanwalt weitergegeben und werde, sofern keine Zahlung eingeht, die Leistungen zum 14.03.2009 einstellen. Danke, gleichfalls.

Irgendwie zweitklassig, diese Firma!